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Ein Highschool Jahr in den USA

-A Life Experience is never wasted!-

Organisationen

Die Entscheidung, ein Austauschjahr zu machen (wenn man dabei erstmal die kostenfrage außer Acht lässt), fiel im Allgemeinen jenen, die es am Ende auch tatsächlich wagten, weniger schwer. Man muss es sich schon vorstellen können, ein Jahr alleine in einem fremden Land zu leben. Und ja, dazu gehört eine Menge Mut und Willen.

Die Faszination, welche dieses Abenteuer ausstrahlt ist überwältigend und weckt in abenteuerlustigen Seelen schnell ein großes Interesse. Die Motive, das Heimatland für eine geraume Zeit zu verlassen sind vielfältig und Individuell. Welche Konsequenzen das letztendlich aber hat, sollte dennoch nicht vergessen werden.

Deswegen gilt: Die Entscheidung sehr gut überdenken und abwägen, ob es denn wirklich die richtige Wahl ist.

Die richtige Organisation

Hat man sich endgültig entschieden, das Abenteuer zu wagen, muss natürlich eine gute Planung zum Grundelement werden. Wer es sich zutraut, kann ein Austauschjahr privat organisieren. Am häufigsten entscheiden sich Austauschschüler jedoch dafür, einen Profi einzuschalten und nutzen die Angebote diverser Austauschorganisationen, welche es zur Genüge in Deutschland gibt.

Doch wie entschiedet man sich, welche man während des gesamten Jahres vertrauen möchte?

Im Grunde empfiehlt es sich, mehrere Angebote einzuholen und sich erstmal Prospekte mehrerer Organisationen anzusehen. Die Grundkonzepte sind meist die gleichen, dennoch unterscheiden sich die meisten in Kosten, Leistung oder Größe des Unternehmens. Manche arbeiten mit Partnerorganisationen und Andere sind selbst vor Ort präsent.

Bei jenen, die den besten Eindruck auf einen machen, sollte man sich auch bewerben. Beim ersten unverbindlichen Interview gibt es dann die Möglichkeit einen genaueren Eindruck von der Organisation zu gewinnen und weitere Fragen zu stellen.

Im Allgemeinen wird gesagt, dass die größeren Organisationen am besten geeignet sind und auch deren Arbeit zuverlässiger und seriöser ist. Dennoch wählen diese ihre Schüler weniger streng aus, was auch Nachteile bringen kann.

Lassen Sie ihr Bauchgefühl nach der ersten groben Sortierung der in Frage kommenden Unternehmen entscheiden. Seien Sie sich nur im Klaren: Fehler machen sie alle.

Platzierung und Gastfamilie

Nach der Abgabe aller von der Organisation geforderten Unterlagen beginnt die Such nach einer Gastfamilie. Und das kann einige Zeit dauern. Wen n man Glück hat kommt die Benachrichtigung Anfang des Kalenderjahres in welchem die Abreise statt findet, im Normalfall muss man mindestens bis zwei Monate vor dem Flug Gedult haben.

Nicht selten passiert es, dass eine Platzierung erst kurz vor dem Termin statt findet, weswegen viele Organisationen mehrere Abreisetermine anbieten oder von vorn herein nur den Monat nennen.

Somit erfahren viele Austauschschüler erst sehr spät wohin und zu wem es geht. Über die Qualität der Familie und das spätere Verhältnis sagt der Zeitpunkt der Platzierung allerdings gar nichts aus. Die Chancen dabei einen Glücksgriff zu landen, sind bei allen Teilnehmern gleich hoch.

Sobald man allerdings eine Information erhalten hat, sollte man soviel wie möglich über den Bundesstaat in Erfahrung bringen und Kontakt mit der Gastfamilie aufnehmen.

! Dabei gilt: Zurückhalten, und nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Das kommt nämlich nicht gut an oder erweckt einen falschen Eindruck. Die Hosties gleich mit seinen Einstellungen oder möglichen sexuellen Neigungen zu konfrontieren kann mächtig schief gehen. Lieber vorsichtig heran tasten und keinesfalls Forderungen stellen! Immer bescheiden bleiben...

Bedenken zu Organisationen

Mit den folgenden Abschnitten will ich niemanden verunsichern oder von etwas abbringen, aber ich finde diese Anmerkungen einen wichtigen Bestandteil dieser Seite. Sie haben ein Recht darauf, es zu wissen, aber bedenken Sie, dass meine Erläuterungen nicht universell oder verallgemeinerbar sind!

Das meiste ist auch nur von Wichtigkeit, wenn es tatsächlich Probleme mit der Gastfamilie geben sollte, da man bei einem stolperfreien Austauschjahr eher weniger mit der Organisation aneinander geraten wird.

Mein persönlicher Eindruck im Laufe des Jahres war, dass es sich auch bei Organisationen nur um konkurrenzfähige Unternehmen handelt, die nach Profit arbeiteten.

Was sie versprechen stimmt leider nicht immer oder nur teilweise, was sich für den Schüler zum Problem entwickeln kann.

Es gibt viele verschiedene Austauschorganisationen in Deutschland, die neben Schüleraustauschen auch noch andere Auslandsaufenthalte regeln oder sogar selbst ausländische Schüler in die Bundesrepublik vermitteln.

Nehmen wir an davon gibt es 5 Große, die im Schnitt jedes Jahr 200 Austauschschüler in die USA schicken  wollen und setzen diese insgesamt 1000 Schüler ins Verhältnis zu den Gegebenheiten in den USA, wie die Wirtschaftskrise, die zur Zeit weniger günstige Bedingungen darstellen. Das bedeutet, das Angebot an Gastfamilien geht zurück, da sich immer weniger Leute in der Lage sehen, so gern sie es auch möchten, jemanden für ein Jahr aufzunehmen.

Organisationen plagt also der ständige Gastfamilienmangel. (Deswegen dauern manche Platzierungen auch so lange!) Und das sagen sie keinem potenziellen Kunden freiwillig, da die meisten eine Platzierung garantieren. In wie fern das aber machbar ist, scheint kein diskussionswürdiges Thema zu sein. (Achtung: Manche Organisationen sagen ihren Austauschschülern auch kurz vor der Ausreise ab, weil sie nicht vermittelt werden konnten. So etwas frustriert einen natürlich dann gewaltig.)

Darüber hinaus, und das ist in meinen Augen das Hauptproblem, werden falsche Vorstellungen von den Gastfamilien vermittelt (aka “großes Haus und Zimmer mit eigenem Bad”), die den Gastschüler bei Ankunft definitiv in den meisten Fällen nicht erwarten. Damit will ich nicht sagen, dass ein gewisser Standart herrschen sollte, was die Gastfamilien anbelangt - ganz im Gegenteil. Es ist nur leider so, dass die Organisationen viele Dinge verschweigen, die man lieber vorher gewusst hätte.

Vielmehr werden die Familien spontan oder nach weniger strengen Kriterien ausgewählt, was zu Problemen führen kann, die am Ende der Gastschüler ausbaden muss. Die Dunkelziffer an vorzeitig nach Hause geschickten Schülern, ohne das konkrete Regelbrüche begangen wurden, ist ziemlich hoch... (Anmerkung: Das sind keine offiziellen Daten!)

Bezüglich dessen gibt es noch einiges zu sagen. Organisationen vermitteln den Eindruck, sich für das Wohl der Schüler einzusetzen und diese nach Leibeskräften zu unterstützen. Das entspricht nicht immer der Praxis. Manchmal wird mit den Gastschülern Ping-Pong gespielt. Aus eigenen Erfahrungen und durch Erzählungen anderer ehemaliger ATS kann ich berichten, dass die örtlichen Betreuer (sofern die Organisation mit solchen arbeitet) eher auf der Seite der Gastfamilien stehen, wenn es Probleme gibt und der vorher so für möglich erklärte Gastfamilienwechsel plötzlich nicht mehr ansatzweise zur Debatte steht. Auch kam es vor, dass die Schüler der Willkür der Organisation ausgesetzt waren und entweder das freiwillige Abreisen oder striktes “sich-zusammenreißen” auf der Tagesordnung stand. Manche höher positionierte Mitarbeiter sind nicht einmal bereit, sich die Probleme der Schüler anzuhören oder gehen der Konfrontation geschickt aus dem Weg, möglicherweise in der Hoffnung, dass der Schüler nachgibt.

Dabei muss man bedenken, dass die Eltern in Deutschland dann auch nicht mehr viel machen können, außer die Mitarbeiter vor Ort um ein Gespräch und Hilfe zu bitten - was eher weniger Erfolgschancen garantiert. Was aber viel schlimmer ist: Die Nerven des Jugendlichen (!) im Gastland werden dabei mächtig auf die Probe gestellt. Da muss mann schon einiges aushalten können.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt sind die Regeln der Organisation. Liest man diese zum ersten Mal auf Deutsch durch, erschienen sie einem durchaus legitim. Aber - Thema Amerikanische Justiz: Auslegen ist hier an der Tagesordnung. Mentalitäten sind verschieden und deswegen bedeuten vagere Formulierungen in den Augen den Organisation und den der Gastschüler unterschiedliche Dinge oder haben andere Wichtigkeit. Dabei geht es nicht darum, sich um das legale Alter für den Alkoholkonsum (in den USA 21 Jahre) zu streiten, sondern viel mehr um jene Dinge, die man für selbstverständlich hielt, aber anscheinend doch falsch interpretiert hat. Als Beispiel kann ich das Thema “Respect” anbringen, dass in den USA viel größer geschrieben wird als hier bei uns und den Wunden Punkt der Amerikaner darstellt. Subjektive empfundene und wiederholt auftretende Unhöflichkeit gegenüber den Gasteltern ist durchaus ein Grund dafür, sofort nach Hause geschickt zu werden.

Vielleicht haben Sie es bereits bemerkt: Das alt bewährte Druckmittel der Organisationen ist: “Wenn du nicht ... änderst, dann wirst du nach Hause geschickt” Und das funktioniert super, sofern man nicht so am Ende ist, dass man freiwillig fährt.

Sollte es tatsächlich Probleme in einem Austauschjahr geben und sich eine ähnliche Situation entwickeln, kann ich nur empfehlen, sich nicht unterbuttern zu lassen. Solange man Widerstand gewährleistet und genau über seine Optionen bescheid weiß, wird es sich für die Drahtziehen nicht zu einfach gestalten, bestimmte Schritte einzuleiten. Begründen müssen sie einen Rauswurf immer oder zumindest irgendetwas nachweisen, dass zu rechtfertigen ist. Ob Anwälte weiter helfen können ist allerdings eine schwierige Frage.

Noch eine Sache der Mentalität: Allerdings werden Minderjährige (also unter 21) in den USA in dem meisten Dingen weniger ernst genommen als vielleicht in Europa. Es ist selten erwünscht, wenn man sich mit einem Erwachsenen einen Schlagabtausch liefert oder eine vernünftige Diskussion verlangt. Devise: Der Ältere hat recht, und Minderjährige wissen nicht was sie tun. Das zu akzeptieren, bezeichnet man drüben als “Respect”. Die Chancen auf “Sieg” sind also nicht gleichmäßig verteilt.

Fazit: Wenn es irgendwie geht, sollte es also vermieden werden, sich mit der Organisation anzulegen!

 

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Letzte Aktualisierung: 21.05.2011