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High School
Das amerikanische Schulsystem unterscheidet sich stark vom Europäischen. Wer als Austauschschüler dort ankommt wird schnell feststellen, dass vor allem das Niveau stark von deutschen Schulen abweicht. Das meine ich nicht im negativen Sinne, sondern möchte nur verdeutlichen, dass in amerikanischen Schulen akademisch deutlich weniger erwartet wird, was sich durchaus positiv auf die Grundstimmung auswirkt.
Neben der meist übernatürlichen Größe des Schulgebäudes werden die Schwächer der Schüler eher in den Hintergrund gerückt, die Stärken um so mehr betont. Im akademischen Sinne wird um weiten weniger verlangt, als in Deutschland.
Tests finden zum Großteil als “Multiple Choice”, dem klassischen Ankreuztest, statt. Die Fragen sind meistens jene aus der Hausaufgabe zur Wiederholung des Stoffgebietes. Diskutiert wird auch nicht so oft, tatsächlich ist das von Schülern eher unerwünscht.
Größtenteils kann man sich Fächer aussuchen, die einem am meisten zusagen - Pflichtfächer gibt es nur wenige. Dabei findet man auch für das Deutsche Auge eher ungewöhnliche Angebote.
Anzumerken ist auch, dass Geschichte von Amerikanern anders interpretiert wird als bei uns. Das, was man in Deutschland über Nationalsozialismus lernt ist deutlich tiefgründiger, außerdem ist die Einstellung und der Blickwinkel etwas anderes. Es kam vor, dass ich teilweise anfing zu entdecken, dass ich manche Dinge anders gelernt hatte.
Dafür sind die außerschulischen Aktivitäten, wie Clubs und Veranstaltungen um so wichtiger. Amerikaner lieben ihre Schule und sind immer stolz darauf, sie repräsentieren zu können. Somit nehmen sie jedes Jahr an regionalen und landesweiten Wettbewerben teil. Und dabei zählt lediglich Teilnahme - sollte es tatsächlich einen Sieg geben, wird dieser am nächst besten Schultag öffentlich gefeiert.
Das Schulsystem umfasst mehrere Schularten. Man beginnt mit der Vorschule, dem “Kindergarten”, besucht dann die “Elementary School” und wechselt nach vier Jahren auf die “Middle School” (in manchen Staaten auch “Junior High” genannt).
Das, worauf jeder Schüler hinfiebert, ist allerdings die High School, welche die letzten vier Schuljahre bereitstellt. Die einzelnen Klassenstufen werden unterschiedlich bezeichnet. Man sagt eher weniger, welches numerischen Schuljahr man besucht, sondern nennt sich beim Namen:
9th grade: Freshman - 10th grade: Sophomore- 11th grade: Junior - 12th grade: Senior
Entscheidend ist ebenfalls das voraussichtliche Abschlussjahr. Angenommen dies ist 2009, handelt es sich um die “Class of 2009”.
Folglich würde man auch den Namen der Schule in Verbindung mit der Jahreszahl finden, was z.B. folgendermaßen aussähe: “New York Senior High School ‘09” (Die Zahl entspricht dabei dem Abschlussjahr und nicht der Stufe - Vorsicht vor Verwechslung!)
Sport
Welche Sportart gerade praktiziert wird, hängt von der Jahreszeit ab. Das Schuljahr beginnt mit der Football Season, die danach durch beispielsweise Baseball und Basketball abgelöst wird.
In der Football Saison ist die ganze Schule auf den Beinen und es darf natürlich kein Heimspiel versäumt werden. Am Tag zuvor findet eine PepRalley statt, um das Team mit der ganzen Schülerschaft zu motivieren. Diese findet meistens vor oder nach dem Unterricht statt und ist eine Show aus Cheerleadern, Band und was die Schule sonst noch zu bieten hat.
Dies ist eine sehr festliche Angelegenheit, bei der typischerweise die Nationalhymne und das Schullied gespielt bzw. gesungen werden.
In Verbindung dazu ist der “Homecoming Dance” ein Highlight des ersten Halbjahres. Dieses Event findet an den meisten Schulen statt, kann allerdings durch weitere Veranstaltungen ergänzt werden.
Ist man selbst sportlich, bieten die athletischen Angebote eine gute Gelegenheit und Freunde zu finden und Kontakte zu knüpfen. Für alle, die eher weniger aktiv sind, eigenen sich diverse und vielzählige andere Clubs im außerschulischen Bereich.
Unterschiede
Die Schulen sind natürlich auch nicht überall komplett gleich. Beispielsweise gibt es regionenweise mehrere Semester, die auch zwangsläufig eine Änderung des Stundenplanes bedeuten, wobei andere Staaten dieses im Laufe des Jahres nur auf Bedarf ändern.
Die Semester sind meistens in eine Periode von Wochen aufgeteilt, in meinem Fall waren es jeweils 6 Wochen, bis es eine erstes “Zwischenzeugnis” gab. So wissen die Eltern immer, ob ihr Kind die Klassen bestehen wird oder nicht, um möglichst zeitig etwas dagegen zu unternehmen.
Außerdem sind Unterrichtszeiten und länge der Stunden Sache des Staates bzw. der Schule - auch in den USA gibt es etwas wie Föderalismus.
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