|
Wissenswertes “to get ready”
Vorausgehende Informationen bezüglich Entscheidung zum Austauschjahr und Wahl bzw. Arbeit der Organisation befinden sich im vorherigen Menüpunkt “Organisationen” gehe zu
1. Vorbereitung
Nach der Entscheidung und Wahl der Organisation gibt es noch einige Dinge, die geklärt werden müssen.
Es gibt die Möglichkeit ein Austauschjahr nach der neunten oder zehnten Klasse zu absolvieren, wobei der Besitz eines Zeugnisses der zehnten Klasse der Norm entspricht. Entfernter geht es auch, nach dem Abitur ein Schuljahr in den USA zu verbringen, wobei in diesem Alter eher AuPair und Work&Travel die beliebteren Varianten für Auslandsaufenthalte sind.
Sollte man die Schule also für eine Weile unterbrechen, empfiehlt sich ein Gespräch mit den Schulleiter. Manche Bundesländer, vorwiegend jene mit nur 12 Schuljahren, ermöglichen es nicht, nach dem Auslandsjahr wieder in die alte Klassenstufe zurückzukehren. Somit wird dieses Jahr nicht anerkannt.
Viele Bundesländer stufen den Schüler aber nicht zurück, nur muss dann geklärt werden, wie man die fehlenden Noten bzw. Punkte für die Zulassung zur Abiturstufe oder die Prüfungen erhält. Die Schulleitung oder die Bildungsagentur sind der ideale Ansprechpartner.
Sicherlich ist auch ein solches Gespräch wichtiges Kriterium für die Entscheidung pro oder contra Austauschjahr.
In jedem Fall muss aber ein Freistellungsantrag für das jeweilige Schuljahr, in welchem man fort ist, gestellt werden. Ein schriftlicher Antrag muss beim Schulleiter eingerecht werden, der diesen bewilligen und an die Behörde weiterleiten wird.
Im Allgemeinen ist die Angst, abgelehnt zu werden, unbegründet, da ein gesetzliches Recht auf ein Austauschjahr besteht. Ohne einen triftigen Grund, der das Jahr gefährden könnte, wie beispielsweise extrem unterdurchschnittliche Noten, wird kein Schulleiter eine Abfuhr erteilen.
Allerdings muss bei Stellung des Antrages bereits die Teilnahmebestätigung der Organisation vorliegen, d.h. ein verbindlicher Vertrag muss abgeschlossen worden sein!
Visum
Die USA gehören bekanntlich nicht zur Europäischen Union und neben diesem Fakt ist auch die mindestens halbjährige Aufenthaltszeit ein Grund dafür, dass jeder Austauschschüler ein Visum für den Aufenthalt beantragen muss.
Die nötigen Unterlagen und Anweisungen dafür erhält man rechtzeitig von der Organisation, die auch jederzeit die aktuellsten Informationen bereit hat.
Im Normalfall braucht man für ein Austauschjahr ein Visum der Kategorie J1. Dieses beinhaltet allerdings ein ausdrückliches Arbeitsverbot, das unbedingt eingehalten werden muss. Kleiner Jobs, wie beispielsweise Babysitten sind darin nicht eingeschlossen. Wie ein normaler amerikanischer Teenager wird man sich dadurch allerdings nie fühlen können, da diese neben der Schule meistens noch lange arbeiten gehen.
Spätestens einen Monat vor der Abreise muss man sich mit allen nötigen Unterlagen persönlich in einem US Konsulat vorstellen. Je nach Wohnort muss man dafür entweder nach Berlin, München oder Frankfurt fahren. Dazu muss vorher ein Termin vereinbart werden, der wegen großem Andrang rechtzeitig vereinbart werden sollte. Nicht selten wird dieser für rund zwei Monate nach dem Telefonat festgelegt. Optional und für weniger Gebühren kann man den Termin auch im Internet beantragen - allerdings ist dazu eine Kreditkarte nötig.
Pünktliches Erscheinen ist wichtig, dennoch kann es eine Weile dauern, bis man tatsächlich vor den Beamten steht. Die Warteschlangen am Gebäude sind lang und mit Sicherheitskontrollen geschützt.
Wenn man Unterlagen vergisst, hat man die Möglichkeit, die meisten vor Ort noch einmal ausfüllen. Selbst Passbilder können am Automaten geschossen werden. Scherereien können durch Sorgfalt aber verhindert werden. Am wichtigsten sind allerdings die bereits bezahlten Gebühren und das Mitnehmen deren Nachweise, denn sonst kann das zum Heimschicken ohne vollständigen Antrag führen.
Zum Termin gehört ein kurzes Interview, nach welchem man auch erfährt, ob der Antrag bewilligt wurde. Jegliche Kommunikation kann je nach Mitarbeitern entweder auf Deutsch oder Englisch erfolgen.
Der Reisepass inklusive Visum wird wenige Tage nach dem Interviewtermin im Briefkasten zu finden sein..
2. Die Anreise
Gepäck
Für ein ganzes Jahr Koffer zu packen ist schwierig und ziemlich gemein. Sich für die wichtigsten Dinge zu entscheiden, kann unglaublich schwer fallen. Mitnehmen sollte man wirklich nur das geringste, denn die Koffer werden bei der Heimkehr mindestens doppelt so voll sein.
Fakt ist, dass bei den meisten deutschen Airlines auf Langstreckenflügen höchstens zwei Koffer zu je 23kg zugelassen sind. Allerdings ist bei einem Umsteigen in amerikanische Fluggesellschaften zu beachten, dass diese normalerweise weniger Gepäck erlauben. Zusätzliche Koffer oder Übergepäck kosten extra und daran verdienen die Firmen ein ansehnliches Sümmchen, da die Gebühren, zumindest auf dem Hinflug, explosiv sind. Sondergepäck, wie Instrumente oder Ausrüstungen, müssen unbedingt vorher angemeldet werden!
Aktuelle Bestimmungen gibt es am Flughafen oder auf den Websites der Airlines. Jene der Lufthansa hier: www.lufthansa.com/online/portal/lh/de/info_and_services
Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass besonders auf USA Flügen der Zollbehörde die Erlaubnis erteilt ist, im Verdachtsfall Koffer zu öffnen - deswegen unter keinen Umständen abschließen. Sollte man trotzdem bedenken oder Angst vor dem Aufplatzen des Koffers haben, gibt es TSA Schlösser (oder auch TSA Bänder), zu denen beim Zoll einen Masterkey exisitiert, sodass der Koffer dabei nicht gewaltsam geöffnet werden muss. Diese Vorrichtungen gibt es im Fachhandel, Internet oder am Flughafen.
Dennoch musste ich auf meinem Heimflug erleben, dass auch unter diesen Umständen lieber zur Zange gegriffen wird, als nach dem Schlüssel gesucht.
Zoll
Neben einem Enreiseformular muss im Flugzeug kurz vor der Ankunft ein Zollformular ausgefüllt werden, auf dem zollpflichtige Waren aufgeführt werden müssen.
Dies wird unter Umständen an der Zollstelle kontrolliert. Überrascht war ich jedoch als der Zollbeamte lediglich kurz auf jeden Zettel meiner Gruppe schaute und vertrauensvoll alle sofort durch ließ.
Zollfrei sind Geschenke im Wert bist zu $100, es dürfen unter $100000 eingeführt werden.
Absolut verboten sind die Einfuhr von Lebensmittels (Ausnahme:Verpackte Süßigkeiten),Tieren und Waffen. Diese müssen unter besonderen Bedingungen und gebührenpflichtig nach Anmeldung transportiert werden.
Aktuelle und zuverlässige Bestimmungen hält die Organisation vor Abreise bereit und können genauso gut am Flughafen erfragt werden.
3. Money, Money, Money
Wie und womit zahlen?
Den Euro in Dollar umtauschen zu lassen, ist kein großes Problem. So ziemlich jede Bank und Sparkasse in Deutschland kann fremde Währungen auszahlen. Jedoch kann es unter Umständen ein paar Tage dauern, bis die Scheine abholbereit sind, weswegen unbedingt eine ausreichende Pufferzeit zum Abflug einkalkuliert werden sollte.
An großen internationalen Flughäfen gibt es Points, an denen man Bargeld umsetzen kann. Bedenkt man allerdings wie erschöpft und orientierungslos man nach einem langen Flug sein könnte und dass beim Reisen in einer Gruppe auch Zeitdruck auftreten kann, würde ich es nicht empfehlen, ohne amerikanisches Bargeld oder Traveller Checks im Handgepäck anzureisen.
Im allgemeinen ist es in den USA eher unüblich bar zu zahlen, weswegen das Mitnehmen einer Kreditkarte eine gute Idee ist. Damit kann man auch vergleichsweise kostengünstig (zu meiner Zeit jedesmal für 3$ Gebür) Geld abheben. Dabei muss man aber natürlich mehr aufpassen, nicht über die Stränge zu schlagen und von den Eltern ein großes Vertrauen entgegengebracht bekommen.
Ein Konto in den USA eröffnen zu lassen wäre ebenfalls eine Option, doch ist es möglicherweise problematisch. Neben hohen Transferkosten gibt es das Problem, dass Minderjährigkeit in den Staaten anders gehandhabt wird und dadurch vielleicht ein Zugriff auf das Konto kompliziert wäre. Es auf die Gastfamilie schreiben zu lassen sehe ich persönlich als ungeeignet an, da sich das Verhältnis zu ihnen im Verlauf des Jahres ändern kann und diese sowieso die Verfügungsmacht darüber hätten. Die meisten amerikanischen Eltern sind nicht so liberal wie die Deutschen. Glaubt mir, ein kleines bisschen Freiheit wünscht ihr Euch dort drüben garantiert von Zeit zu Zeit.
Für Eltern: Was kostet ein Austauschjahr monatlich?
Die Antwort auf diese Frage ist selbstverständlich von jedem selbst abhängig, doch sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass auch dies keine günstige Angelegenheit wird.
Arbeiten, wie jeder amerikanische Jugendliche, dürfen Austauschschüler wegen der Visumsart leider nicht. Nur kleine “private” Jobs wie Babysitten oder Rasenmähen wären drin. Somit ist die Möglichkeit einer finanziellen Aufbesserung gering.
Die USA ist auch wegen der niedrig erscheinenden Preise (die Mehrwertsteuer ist ein Witz) ein Shoppingparadies - riesige Auswahl, zu jeder Jahreszeit Sale mit tollen Angeboten und bei stabilem Europa traumhafter Wechselkurs. Das lockt die Jugendlichen. Außerdem wird in den USA vorzugsweise auswärts gespeist, was nicht so kostenintensiv wie in Deutschland ist. Dennoch übernimmt nicht jede Gastfamilie immer das Essen des Gastschülers.
Hinzu kommen Kosten, die durch Schulmaterialien und ggf. Schuluniformen entstehen, das Yearbook, Freizeitgestaltung und möglicherweise Trips mit einem Schulclub.
Unter meinen Bedingungen lag ich bei etwa 200 Euro (transferiert) im Monat.
Setzen Sie ihrem Kind ein angemessenes Limit, was es im Monat ausgeben darf und passen Sie dies nach Absprache je nach Bedürfnis an. Letztendlich liegt die Kontrolle bei Ihnen in Deutschland.
WZBI - Was zu beachten ist
- Vorsicht: Die Steuern sind in den Preisen, welche im Geschäft ausgeschrieben werden, noch nicht enthalten. Die werden erst an der Kasse hinzugerechnet! Also wäre der Versuch ein Produkt von 4.99$ mit einem $5 Schein zu kaufen, erfolglos.
- Trinkgelder müssen in den USA offiziell gemacht werden. Mit einem simplen “Stimmt so” ist es da drüben nicht getan. Im Normalfall erhält man einen kleinen Zettel, auf dem das Trinkgeld eingetragen und mit Unterschrift bestätigt werden muss. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Trinkgeld mindestens ..% vom Preis des Essens beträgt. Alles andere wäre unhöflich. Die Schüler und Studenten, aus denen die Kellnerschaft größtenteils besteht, leben davon.
- Wechselkurs beachten - größere Investitionen nur bei guten Profitmöglichkeiten tätigen
4. Technisches
Handys
Zuerst einmal, obwohl die meisten es nicht mehr hören können: Die amerikanische Bezeichnung für dieses gesegnete Gerät ist “Cellphone” oder nur “Phone”, jedes andere Wort bleibt dem Amerikaner unverständlich oder bezugsfremd. Es bedeutet schlicht und weg “handlich/praktisch”
Ein deutsches Handy mit deutschem Vertrag funktioniert in den Staaten nur, wenn es ein so genanntes Tribandhandy ist. Allerdings können die Kosten sehr hoch sein. Einige Unternehmen bieten eine speziellen Dienst für Austauschschüler und AuPairs in den USA und Kanada an. Man kann eine Telefonkarte und ein Handy bekommen, die günstige Tarife führen, anfallende Beträge werden direkt über das eigene deutsche Konto gezahlt. Die Gastfamilie wird also in keiner Weise durch Telefonkosten belastet.
Ein eigenes Prepaid Handy vor Ort zu kaufen und mit Telefonkarte zu kombinieren erscheint mir die beste Lösung. Man kann es schließlich gegen ende wieder abmelden und das Gehäuse entweder entsorgen oder weitergeben.
Internetansschluss
Vielen Austauschschülern ist die Mitnahme des eigenen Laptops sehr wichtig, was den Kontakt nach Hause auf einfache Weise ermöglicht.
Das ist auch normalerweise unproblematisch, den der Computer zählt extra zum Handgepäck. Viele Gastfamilien haben auch kabelloses Internet, das mit genutzt werden darf. Trotzdem vorher um Erlaubnis fragen. ( “May I use your Internet connection”, besser nicht das Wort “Can” vorn an die Frage setzen)
Wichtig: Manche Gasfamilien reagieren sehr sauer und empfindlich, wenn man viel Zeit am Laptop verbringt. Und so direkt wie die Eltern in Deutschland äußern es die meisten nicht, dass sie das stört. Am besten ist es, eine Internetzeit festzulegen. Gut ist es auch, wenn du nur in Gegenwart der Gastfamilie surfst, denn die Eltern sind es möglicherweise gewohnt, das Internetverhalten ihrer Kinder so zu kontrollieren. Ja, ich weiß das das ein komisches Gefühl ist.
Steckdosen und Spannungen
Wichtigste Merkregel: Europäische Stecker passen nicht in amerikanische Steckdosen (“plugs”), auch nicht mit Gewalt. Wer den Film “Voll Verheiratet” gesehen hat, weiß darüber bescheid.
Abhilfe schaffen Adapter, die relativ günstig zu haben sind, im Elektrogeschäft erhältlich.
Die Spannung in den Staaten ist wesentlich niedriger als die Europäische, was bei empfindlichen Geräten Totalschaden verursachen kann. Dafür gibt es Stromwandler, die nach meiner Erfahrung aber ich nötig sind. Elektroläden können sicherlich Auskunft geben, unter welchen Umständen die schweren und großen Boxen nötig sind.
weitere unbeantwortete Fragen, die aufgeführt werden sollten?
Erst den Rest der Website diesbezüglich checken und darauf ggf. über das Kontaktformular eine Nachricht schreiben ! :-)
|